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Systemische Therapie 2016-11-02T08:38:06+00:00

Systemische Therapie

Unter Systemischer Therapie werden ganz unterschiedliche therapeutische Schulen zusammengefasst: Neben den verschiedenen Formen der Paar- und Familientherapie sind dies vor allem lösungs- und ressourcenorientierte Therapieansätze.

Ganz allgemein gesprochen betrachtet die systemische Perspektive die Probleme des Individuums als Ergebnis ständiger Wechselwirkungsprozesse zwischen ihm und verschiedenen Systemen. Betrachtet werden also Interaktionen innerhalb von Partnerschaft, Familie, Freundeskreis oder Arbeitskontext, aber auch die Bedeutung kultureller und/oder religiösen Einflussfaktoren auf den Einzelnen.

Systemisches Denken befasst sich zudem mit problembehafteten Wechselwirkungen, die verschiedene Anteile der Persönlichkeit innerhalb ein und derselben Person haben können (verschiedene Ansätze der Ego-State-Therapie und Teile-Arbeit).

Systemische Therapie
Dabei werden Symptome oder Probleme immer als bisherige Lösungsversuche eines Menschen betrachtet, also als der in einer gegebenen Situation bestmögliche Versuch, einem Dilemma oder einer Schwierigkeit zu begegnen – allerdings meist verbunden mit einem sehr hohen Preis, nämlich dem Leiden unter dem Symptom.
Oftmals ergeben sich die Probleme auch daraus, dass bestimmte Problemlösungen in einer früheren Lebensphase und unter anderen Kontextbedingungen durchaus sinnvoll und zieldienlich waren, nun aber nicht mehr das gewünschte Ergebnis erbringen oder einen noch höheren Preis als zuvor fordern.
Systemische Therapie

So findet der systemische Ansatz nicht nur in der Paar- und Familientherapie, sondern auch in der Einzeltherapie und –beratung vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Zunächst geht es darum, den Klienten im Zusammenspiel mit seiner Umgebung und die Symptome als bisherige Problemlösungsversuche zu verstehen.

Da die Bezugspersonen in der Einzeltherapie nicht anwesend sind, muss der Therapeut diese Bindungen und Zusammenhänge irgendwie sichtbar machen. Dazu gibt es unterschiedliche Methoden, wie das zirkuläre Fragen („Was würde Ihre Mutter dazu sagen, wenn ich sie fragen würde… „) oder das Repräsentieren bestimmter Personen durch Figuren, Tiere, o.ä..

Ein anderer Zugangsweg in der Systemischen Therapie ist die Genogrammarbeit, bei der die Familienstruktur durch eine Art Ahnentafel dargestellt und anschließend analysiert wird.

Häufig genutzt wird auch die Aufstellungsarbeit, die ursprünglich von Virginia Satir entwickelt und von Bert Hellinger als Familienaufstellung in Deutschland publik gemacht wurde.

Hier werden familiäre Strukturen durch das Aufstellen von Repräsentanten der Mitglieder eines Familiensystems betrachtet und nach einer guten Lösung gesucht. In der Einzeltherapie erfolgt eine Aufstellung beispielsweise dadurch, dass der Klient Kissen oder andere Gegenstände als Symbole für die einzelnen Familienmitglieder im Raum anordnet. In meiner Praxis arbeite ich mit der Imaginativen Familienaufstellung in Kombination mit der wingwave-Methode.

Systemische Therapie

Die therapeutische Haltung ist in der systemischen Arbeit eine primär ressourcenorientierte. Der Therapeut ist davon überzeugt, dass der Klient in seinem Erfahrungsschatz bereits über die Ressourcen verfügt, die er für eine gewünschte Veränderung benötigt. Die Aufgabe des Therapeuten ist es, dieses Wissen und diese Fähigkeiten zu Tage zu fördern und sie für aktuelle Veränderungswünsche zu nutzen.

Insofern ist der Therapeut auch eher ein Fragender und Suchender, der sich für die individuellen Wahrnehmungen und Bedeutungszuschreibungen des Klienten interessiert.

Er ist kein „Besserwisser“ mit vorgefertigten Lösungen, sondern versucht herauszufinden, was aus Sicht des Klienten das Richtige und Beste für ihn ist.

An diesem Punkt ist die systemische Perspektive eng mit der Hypnotherapie nach Erickson verwoben, was sich insbesondere im hypnosystemischen Ansatz widerspiegelt.

Diesen habe in meiner Ausbildung bei seinem Begründer, Dr. Gunther Schmidt, nachhaltig kennengelernt.

Die Systemische Therapie

hat sich international als Psychotherapieverfahren etabliert. Sie wurde 2008 vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als wissenschaftliches Psychotherapieverfahren anerkannt.

Die Kosten werden noch nicht von allen privaten Versicherungsträgern übernommen. Die Krankenkassen haben die Systemische Therapie bisher nicht in ihren Leistungskatalog übernommen. Der Gemeinsame Bundesausschuss prüft dies seit Jahren, einzelne Krankenkassen erstatten die Kosten.