REVT 2016-11-02T08:38:05+00:00

Rational – Emotive Verhaltenstherapie (REVT)

Die Anfänge der Verhaltenstherapie gründeten auf dem Behaviorismus und den klassischen Lerntheorien, wonach Verhalten ausschließlich als Ergebnis von Reiz-Reaktion-Verknüpfungen angesehen wurde.

Innerpsychische Vorgänge wurden nicht berücksichtigt. Diese fanden erst im Zuge der sogenannten Kognitiven Wende Beachtung, als man davon ausging, dass Kognitionen – also Einstellungen, Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen – darüber bestimmen, wie wir uns fühlen, uns verhalten und wie wir körperlich reagieren.

REVT
Die Rational-Emotive Therapie (RET) – später von ihrem Begründer Albert Ellis umbenannt in Rational-Emotive Verhaltenstherapie (REVT) – ist die erste der heutigen Kognitiven Verhaltenstherapien. Sie baut auf dem ABC-Modell auf, das nach seinen Prozessschritten benannt vollständig eigentlich ABCDE-Modell heißt und an vielen Stellen auch unter dieser Bezeichnung zu finden ist.

Das ABC der Gefühle und des Verhaltens

A Ein auslösendes äußeres oder innerpsychisches Ereignis (activating event)
B wird aufgrund bewusster oder unbewusster Überzeugungen, Einstellungen oder Lebensregeln (beliefs oder belief systems) bewertet.
c Diese Bewertungen rufen als Konsequenz (consequences) emotionale und körperliche Reaktionen sowie bestimmte Verhaltensweisen hervor.

In diesem Konzept hat die Art unserer Bewertungen damit entscheidenden Einfluss auf unser Fühlen und Verhalten und steht somit zunächst im Fokus der Betrachtung.

Es lässt sich feststellen, dass wir Menschen immer wieder in ganz typische Denkfallen hineintappen.

Was sind Denkfallen?

Vier typische Denkfallen mit Variationen
Denkfallen
D isputation eigener Ansichten
Primäres Ziel der REVT ist es, Leid erzeugende Bewertungen so zu verändern, dass Menschen zu einer ausgewogenen Selbstwahrnehmung und konstruktiven Lebensanschauung befähigt werden. Kernelement ist dabei die Disputation – also die inhaltliche Auseinandersetzung mit unangemessenen, überzogenen, unrealistischen, schädigenden oder blockierenden Sichtweisen und Denkmustern. Dies geschieht in Form des sokratischen Dialogs, einer charakteristischen Fragetechnik, die das kritische Denken anregt.

Sokratischer Dialog ?

Was Sokrates heute - fast 2500 Jahre später- mit REVT zu tun hat.
Sokratischer Dialog

Die Disputation strebt eine Korrektur und damit die Veränderung der problematischen, d.h. der selbstwertschädlichen, der „vergiftenden“ und leiderzeugenden oder manchmal eben auch schlicht falschen Denkgewohnheiten an.

Da ich in der Praxis die Erfahrung gemacht habe, dass das manchen Menschen besser, anderen weniger gut möglich ist, ergänze ich dieses „D“ aus der REVT mit dem „D“ aus der ACT – der Defusion. Bei der Defusion geht es nämlich darum, sich aus den Verstrickungen mit den eigenen Gedanken zu lösen und sie als das zu sehen, was sie sind – nämlich gelernte Produkte unseres Denkapparates.

Im Gegensatz zu der Disputation werden bei der kognitiven Defusion Gedanken nicht inhaltlich geändert. Vielmehr werden verschiedene Techniken vorgestellt und geübt, die es ermögichen, grundsätzlich auf Abstand zur eigenen „Denkmaschine“ zu gehen und Gedanken nicht zum zwingenden Maßstab für das eigene Handeln zu machen.

Ich konnte feststellen, dass Ziele manchmal nur so erfolgreich oder leichter erreicht werden konnten.

Effektives Denken, Fühlen und Handeln
Der letzte Schritt besteht nun in der Umsetzung der neuen Erkenntnisse in die Praxis. Nachdem die Problem-Zusammenhänge mit Hilfe der ABC-Analyse identifiziert und schädliches Denken verändert oder zu ihm Abstand aufgebaut werden konnte, ist der Weg geebnet für das gewünschte Verhalten.

Mit dem Begriff der persönlichen Werte erfährt die REVT auch hier wertvolle Ergänzungen durch die ACT: Welches wertekonforme Verhalten ist nun eher möglich? – Welche neuen Gedanken sind dabei zielführend und nützlich? – Wie werde ich mich gemäß dieser neuen Haltungen vermutlich anders fühlen können?

Auf Grundlage all dieser vorbereitenden Überlegen gilt es, das Neue im alltäglichen Gebrauch zu üben, denn eigenes Erleben ist der beste Garant dafür, dass theoretisches Wissen in praktische Erfahrungen übergeht.

REVT